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Reiss Profile - Selbstverwirklichung: die individuell-biographische Sicht

Erkennen, wagen und entfalten.

Was treibt den Menschen voran?

Sigmund Freud, Carl Gustav Jung und Alfred Adler - die Begründer der modernen Psychotherapie - standen in der Tradition der Persönlichkeits-Psychologie des beginnenden 20. Jahrhunderts, die sich mit Charakterstrukturen und dem "Aufbau der Person" (Philipp Lersch) beschäftigte.
Das so genannte "Unbewusste" wurde als Antwort auf die Frage, was den Menschen steuert und motiviert, entdeckt.
Für Freud war es vor allem der Sexualtrieb, für Adler der Macht- oder Geltungstrieb bestimmend für diese unbewusste Tiefenschicht.
C.G. Jung war überzeugt vom Streben des Menschen nach Individuation oder Selbst-Werdung, das den Menschen aus dem Unbewussten her führt und ihm in seinen Träumen entgegentritt.
In der Humanistischen Psychologie sind die Grundlagen für psychische Gesundheit erfüllte Sexualität und Selbstverwirklichung.

Durch Selbstverwirklichung ein erfülltes Leben zu finden - eine Erwartung, die der Aufbruchsstimmung der sechziger und siebziger Jahre entsprach.

Systemische Kurztherapien als Antwort auf die heutige Situation

Alle Beratungsformen mit dem Konzept der Individuation, das heißt Entwicklung der Persönlichkeit, gehören in diesen Entwicklungszusammenhang.
Heute, am Ende des Jahrhunderts, hat sich die Situation geändert: die Schattenseiten, die jede Entwicklung mit sich bringt, treten deutlich hervor.
Wie es Bateson schon in den siebziger Jahren formulierte, gefährdet unsere Kultur, in der Absicht, individuelles Leben zu schützen und individuelle Bedürfnisse nicht nur zu befriedigen, sondern in einer zum Teil unsinnigen Weise zu steigern, das Überleben des Lebens auf dieser Erde.
Wir sind gezwungen anzuerkennen, dass wir als Individuen in vielfältige Wechselwirkungen eingebunden sind und gleichzeitig persönliche Verantwortung tragen:

Ein existenzielles Paradox tut sich auf.

Im sich entwickelnden systemischen Ansatz fand nun ein Paradigmenwechsel von der personalen zur systemischen Sicht statt. Hier steht der Beziehungszusammenhang des Menschen im Vordergrund.
Dadurch erhält er eine Idee von der Welt des "Anderen" und gewinnt damit neue Gesichtspunkte und Lösungsmöglichkeiten.
Zudem entwickelt sich durch diese Erfahrungen ein Bewusstsein des unausweichlich in Beziehung-Stehens.
Konzept und Umgang mit dem Unbewussten wird ergänzt durch das "Zwischenbewusste".

Ansatz des Reiss-Profiles

Das Reiss-Profil ist die Zukunft des Verstehens von dem, was den Menschen antreibt.

Auf Grund eigener schwerer Krankheit und der sich daraufhin selbst gestellten Frage

"Was motiviert mich am Leben zu bleiben?" begann Dr. Steven Reiss, anerkannter Psychologieprofessor und Motivationsforscher am Nisonger Institut der Universität Ohio (http://nisonger.osu.edu/reiss.htm) zwei Studien mit je 10.000 Männern und Frauen in den USA, Kanada, Europa und Japan.

Nachdem die Psychologie Jahrzehnte auf der Basis von Hypothesen und Persönlichkeitsmodellen Theorien über menschliche Motivation entwickelte, kam Steven Reiss auf die Idee, die Menschen selbst zu fragen:

Wenn es um Motivation und Persönlichkeit geht, was treibt uns an?

Erfolg, Karriere, Familie oder Status? Was ist uns wirklich wichtig? Was macht uns glücklich?

Mit diesen Studien und unter Berücksichtigung streng wissenschaftlicher Aspekte entdeckte Reiss 16 Motive, die allen menschlichen Verhaltensweisen zugrunde liegen.

In jedem dieser Lebensmotive (Strivings) steckt das Streben (Desires) nach einem Endzweck (ends), welcher den Menschen antreibt, als seine individuelle Motivation für sein individuelles Lebensglück.

Dieser Endzweck ist Ausdruck für unveränderbare Wesenszüge (Traits) des Menschen und ist Grundlage für Wahrnehmen, Fühlen, Denken, und Verhalten aus dem Impuls heraus.

Auf Grund dieser Unveränderbarkeit ist es möglich, Vorhersagen über das Verhalten eines Menschen zu machen.

Die Lebensmotive sind  in ihren jeweiligen Ausprägungen extrem stabil über lange Zeit und haben Auswirkungen auf...  

...den beruflichen Weg und Erfolg
...die individuelle Lebenszufriedenheit
...die Familie
...die Partnerschaft